Aus einem Sanatorium in Leutenberg-Löhma wird ein Ort, an dem Wohnen, Arbeiten und 
Erholung in einzigartiger Weise verbunden werden..

Nachdem der Gebäudekomplex gut 28 Jahre als Sanatorium genutzt wurde und dann über ein Vierteljahrhundert ungenutzt

war, soll dieser wunderbare Ort nun endlich wieder attraktiver Lebensraum werden. 

Videoimpressionen vom Umfeld des ehemaligen Sanatoriums


aus dem OTZ Artikel vom 13.09.2022 (Jens Voigt)

"Über 600 Gäste bei Tag des offenen Denkmals. Eigentümer Ralph Dierich ist von dem Interesse überwältigt und befragt die Besucher nach ihren Ideen:"


Parkende Autos über mehrere hundert Meter Strecke, Kennzeichen aus halb Thüringen, sogar Wandergruppen mit Bollerwagen – am vergangenen Sonntag glich das sonst so beschauliche Kleinstdorf Löhma bei Leutenberg einem Pilgerort. Erstmals nach 28 Jahren Leerstand war an diesem Tag des offenen Denkmals das einstige Magen-Darm- und spätere Diabetiker-Sanatorium zur Besichtigung geöffnet und hatte damit einen wahren Ansturm ausgelöst. 


......Unter den Besuchern gaben sich einige als frühere Patienten und eine vormalige Krankenschwester zu erkennen. Zu Gast war auch ein Kamerateam des MDR, dessen Beitrag am Sonntagabend im „Thüringen-Journal“ gezeigt wurde.....


....... „Mit dieser Aktion haben wir sicher eine breitere Öffentlichkeit in der Region erzielt“, freute sich Dierich, der die Besucher immer wieder nach ihren Ideen für eine mögliche Nutzung der Immobilie gefragt hatte..... 


Wenn er jetzt als einen organisatorischen Schritt die Gründung eines gemeinnützigen Vereins anschieben würde, wären dafür vermutlich die nötigen Gründungsmitglieder zu finden, meinte Dierich, der hofft nun auch mit dem Einwerben von Spendenmitteln für das Vorantreiben des Projekts einer Mischung von Wohnen, Arbeiten, Gastronomie, Kunst und Tourismus schneller voranzukommen. Nach diesem beeindruckenden Tag fühle er sich auch mental gestärkt, um engagiert weiterzumachen, betonte Dierich, der in der nächsten Sitzung des Leutenberger Stadtrates für die Aufstellung eines Bebauungsplanes für das Gelände am Oberbecken des Pumpspeicherwerks Hohenwarte II werben will.

OTZ / 12.05. / Jens Voigt (Auszüge)

 Eines der kurzfristigen Ziele von Ralph Dierich war es, interessierten Nutzern oder Investoren so bald als möglich einen Rundgang durch das ehemalige Sanatorium Löhma zu ermöglichen. In den nächsten Tagen wird es so weit sein – wenn auch vorerst nur virtuell. 

Dierich, der das gesamte Areal Anfang des Jahres von der Landesentwicklungsgesellschaft erworben hatte, lobt die anspruchsvolle Architektur des Kulturbereichs mit Kino-, Konzert- und Speisesaal, die moderne Dachkonstruktion, die Fußböden aus heimischem Granit: „So einen Schatz darf man doch nicht einfach verkommen lassen.“

 Was die Bilderfolge auch offenbart: Dierich hat mit Unterstützung hiesiger Firmen und Helfer einiges auf den Weg gebracht. Etwa 150 Kubikmeter Müll, Abfälle und verschlissene Bauteile aus den Gebäuden entfernt, über 100 meist völlig zerschlagene Fenster sowie die Türen mit Brettern gesichert, Bäume beschnitten, Wege befestigt und auch eine Notreparatur am Dach des Rundbaus vornehmen lassen.

 

Rundbau wird als Wohnbereich favorisiert 

Für diesen Teil des ehemaligen Kneipp- und Diabetiker-Sanatoriums mit dem weiten Ausblick gen Munschwitz und ins Schiefergebirge hat der Weimarer Projektentwickler auch schon eine Nutzungsvorstellung: Das Gebäude soll als Wohnbereich entwickelt, vermietet oder verkauft werden. Und am besten jene Menschen beherbergen, die in den Nachbarhäusern arbeiten und schaffen, gern auch künstlerisch – als Hand- und Kopfwerker in einem Gründerzentrum, als Gastgeber, Auszeitnehmer oder Ausflügler. „Es wird sehr wahrscheinlich nicht den einen Investor und die eine Nutzungsart für das Gesamtareal geben, sondern einen Mix, der gefunden und austariert sein will“, betont Dierich, der nachdrücklich auch die Stadträte zur Beteiligung auffordert: „Bombardieren Sie mich ruhig mit Ihren Ideen, Anregungen und auch mit historischen Dokumenten zum Haus.“


 

Nutzungskonzept soll bis Jahresende vorliegen 

Als nächste Schritte nennt Dierich die Ausweitung seines Netzwerks möglicher Nutzer, Investoren und Begleiter, das Einsammeln weiterer Ideen und Kalkulationen für eine mögliche Umsetzung. Er würde gern Probenutzungen der unterschiedlichen Räume anbieten, so etwa für Musiker, Maler oder andere Künstler, die dann als Bilder oder Videos im Internet verbreitet werden. Ein Statiker soll demnächst prüfen, welche Lasten die Decken und Böden aushalten, um Nutzungsmöglichkeiten zu definieren. Auch in Löhma, wo Dierich zunächst nur „eine kleine Altersvorsorge-Immobilie“ gesucht hatte, versteht er sich in erster Linie als Projektentwickler. „Meine Aufgabe ist es, Standort, Ideen und Kapital zusammenzubringen“, unterstreicht der Mann, der nach eigenen Angaben bislang rund 30.000 Euro im und am vormaligen Sanatorium ausgegeben hat. 

 Er selbst schätzt den Aufwand für Sanierung und teilweise Wiederherstellung zum Beispiel von Wasser- und Abwasseranschluss, Stromversorgung etc. auf etwa zwölf bis 15 Millionen Euro, abhängig von der jeweiligen Nutzung. Geld ist genug da im Land, versichert er – man müsse es nur locken mit Ideen. Dabei habe das ehemalige Sanatorium schon einen großen Vorteil, weil es über Foto- und Videoportale wie „Lost Places“ längst viele Fans gefunden hat. „Man muss es eigentlich nicht bewerben, das Objekt ist an sich schon attraktiv“, meint Dierich. 

 Bis zum Jahresende hofft er ein einigermaßen konkretes Nutzungskonzept entwickelt zu haben. Wenn nicht, spielten ein paar Monate mehr auch keine Rolle – schließlich standen die Gebäude seit nunmehr 27 Jahren leer. Leutenbergs Bürgermeister Robert Geheeb (SPD) versichert gern die Unterstützung von Stadtrat und Verwaltung: „Wir begrüßen jede Veränderung des vordem katastrophalen Zustands.“